Die zweite Schwangerschaft-ich kenn mich ja jetzt aus oder warum doch alles wieder neu und anders ist?!

Die zweite Schwangerschaft-ich kenn mich ja jetzt aus oder warum doch alles wieder neu und anders ist?!

Die erste Schwangerschaft- eine Wahnsinnszeit, oder? Alles ist so unfassbar neu, unwirklich und schwer zu begreifen. Der Körper macht eine Veränderung durch, die man sich vorher nie hat vorstellen können. Man fiebert jedem Wochenwechsel entgegen (es könnte einen sogar jemand mitten in der Nacht wecken und fragen wie weit man ist und es würde wie aus der Pistole geschossen die richtige Wochenzahl + Tag herauskommen). Außerdem hat man wahrscheinlich mindestens eine Schwangerschafts-App aufm Handy und die Daten im Mutterpass kann man auch auswendig. Jeder Termin beim Frauenarzt wird gefeiert, jede Untersuchung mitgenommen und jeder Ratgeber zum Thema Schwangerschaft und Geburt ist bereits in den ersten Wochen verschlungen. Man weiß, was das Baby alles an Anschaffungen braucht (schließlich wird es einem durch eben diese Ratgeber und die Medien auch immer wieder in Erinnerung gerufen) und das Kinderzimmer ist bereits Wochen vor Entbindungstermin fertig eingerichtet und hübsch dekoriert.

Ja, so oder zumindest so ähnlich war es auch bei mir 🙂

Und jetzt fragen doch viele, wie das so ist, die zweite Schwangerschaft. Jetzt kennt man doch alles, hat bereits das meiste und überhaupt ist man doch bestimmt viel entspannter…

Und ja, es stimmt schon. Klar kennt man das ein oder andere Zipperlein bereits, man weiß jetzt was ein Baby tatsächlich an Dingen braucht und die App im Handy dient hauptsächlich dazu, dass man bei Nachfrage sagen kann wie weit man ist. Die Tage und der Kopf sind bei einem Leben mit Kleinkind einfach mit anderen Dingen ausgefüllt.

Aber entspannter? Nein, das bin ich deswegen nicht. Gerade weil ich nicht wie in der ersten Schwangerschaft die Ruhe und Zeit habe, mich jeden Tag intensiv damit auseinanderzusetzen, schwirren im Kopf viele Dinge herum, was wann noch zu erledigen ist, um was man sich noch kümmern muss, wie man etwas handhaben mag usw. Auch merke ich, dass mich sehr viel mehr Sorgen und Ängste begleiten als damals. Man kennt durch das persönliche Umfeld aber auch durch die jetzige Arbeit einfach auch traurige Schicksale, die einen berühren und prägen. Ins Vertrauen zu kommen, ins Vertrauen in den eigenen Körper und das Baby, fällt dann an langen Tagen ohne Zeit für sich und die Schwangerschaft doch schwerer.

Aber der für mich größte Unterschied zur ersten Schwangerschaft ist der, dass ich doch sehr viel mehr weiß, was ich für mich und mein Baby möchte und was nicht. Das fängt bei den Untersuchungen in der Schwangerschaft an, dass ich einfach viel mehr hinterfrage für was und wozu und mit welchen Konsequenzen was angeboten wird. Das gleiche gilt dann für Untersuchungen für das Baby, wenn es auf der Welt ist. Auch die Wahl des Wunsch-Geburstsortes ist eine andere. Das ist einerseits natürlich auf die bisherige Erfahrung zurückzuführen, aber andererseits auch, dass ich versuche mich mehr im Inneren auf all das vorzubereiten. Sich damit zu beschäftigen, was sich gut für einen anfühlt, den eigenen Weg zu gehen und nicht einfach das zu machen, was die Mehrheit macht weil man es eben so macht und Standard ist.
Und doch ist man dann wieder schnell verunsichert durch unbedachte Aussagen des Arztes, durch eine weitere Horror-Geburtsgeschichte die einem ungefragt erzählt wird usw. Schließlich will ja auch ich, wie jede Mama, nur das Beste für mein Baby. Es gibt Menschen, die sind von Natur aus sehr gefestigt, mit einem starken Willen und Wissen, was für sie gut ist. Und es gibt Menschen wie mich, die lernen müssen, ins Vertrauen zu kommen, um zu spüren und zu wissen was sie wollen und was der richtige Weg für sie ist, unabhängig von allen anderen. Aber es ist ein spannender Weg, der sich lohnt!

Welcher Mensch bist du? Wie war deine Schwangerschaft oder deine zweite, dritte,…? Erzähl mir gern davon!

Alles Liebe,
Andrea

Unsere erste Geburt -ein Erfahrungsbericht

Unsere erste Geburt -ein Erfahrungsbericht

Meine 1. Schwangerschaft verlief völlig normal und komplikationslos. Wir freuten uns riesig und hatten uns für die Geburt ein Babyfreundliches Krankenhaus mit integrierter Kinderklinik ausgesucht, da wir trotz allem „auf Nummer sicher“ gehen wollten.

Bei 39+1 (also 40.Schwangerschaftswoche) bekam ich dann die ersten Wehen (Wellen) in der Nacht. Unsicher, ob es jetzt tatsächlich losgeht oder nicht, fuhren wir in die Klinik. Da zeigten sich die Wellen auch im CTG, der Muttermund war allerdings erst 1cm geöffnet. Wir hatten da zu dem Zeitpunkt eine wirklich liebe Hebamme. Ich glaube, sie hat uns angemerkt, dass wir auf keinen Fall wieder heim fahren wollten :-), also schickte sie uns für 2 Stunden im Park spazieren-was macht man auch sonst um 4 Uhr in der Früh…

Dabei wurden die Wellen schon deutlich intensiver und wir hofften beide, dass sich das auch in der Untersuchung zeigen würde. Nach weiteren 2 Stunden spazieren wollte ich in den Kreissaal, da draußen herumlaufen und die Wellen verarbeiten einfach nicht mehr machbar waren. Und siehe da, der Muttermund war auf 9cm! Juchee! Bis dahin ging es mir noch gut, klar war es herausfordernd aber ich war dennoch in den Pausen einigermaßen gut drauf und hab mich die ganze Zeit instinktiv im Stehen aufgehalten. Es kam dann auch relativ zügig ein starker Drang zum Mitschieben nach unten, aber da meine Fruchtblase noch nicht geplatzt war, meinte dann die (neue) Hebamme (Schichtwechsel…), dass sie diese erst in der nächsten Welle eröffnen möchte bevor ich aktiv werde. Dazu sollte ich mich auf den Rücken legen. Und genau hier began die (unnötige?) Intervention und ihre Folgen: durch den Lagerungswechsel und das manipulative Eröffnen der Fruchtblase wurden die Herztöne unseres Babys plötzlich schlechter und die Wellen wurden deutlich unangenehmer. Zudem fühlte ich mich plötzlich nicht mehr Herrin der Lage und so auf den Rücken liegend auch ziemlich ausgeliefert und schwach.

Da die Herztöne immer schlechter wurden, die Wellen immer stärker und es für unser Baby kein vor und zurück gab, eilten plötzlich mehrere Hebammen und Ärzte ins Zimmer mit der Saugglocke im Gepäck. Mein Mann und ich wussten nicht, was plötzlich los war, eine Ärztin stieg auf mein Bett und kristellerte mich (der manuelle Versuch, das Baby von außen über den Bauch nach unten zu schieben) während gleichzeitig die Saugglocke eingeführt wurde.

Es war eine so absurde Situation, voller Schmerzen, Panik, Unwissenheit und Fremdbestimmung, dass wir uns auch nachher, als unser Baby schon da war, gefühlt haben wie im Schock und völlig neben uns standen.

Zum Glück ging es unserem Baby gut, die Herztöne und die U1 waren unauffällig, sodass wir direkt nach der Geburt bonden (kuscheln) konnten, während ich noch versorgt wurde.

Aufgrund dieser Geburtserfahrung und ihren Auswirkungen auf die Stillzeit (mehr) war mir klar, dass es bei der 2.Geburt anders laufen soll. Ich möchte eine selbstbestimmte, natürliche und interventionsfreie Geburt erleben, ohne Druck und im Vertrauen in meinem Körper, der sehr gut in der Lage ist zu gebären. Und das alles in einer mir schon bekannten Umgebung und mit einer Hebamme der ich vertraue und die während der Geburt ausschließlich für mich und unser Baby da ist.

Daher bereite ich mich dieses mal auf die 2. Geburt mit den wirklichen wichtigen Dingen vor: dem Mindset, die passende Auswahl des Geburtsortes und der Begleitperson und dem ganz klaren Bewusstsein: was brauche ich und vor allem was möchte ich NICHT unter der Geburt! Und arbeite, mein Vertrauen in meinem Körper zu stärken.

Ich bin überzeugt davon, dass es nicht egal ist, wie man geboren wird.

To be continued…. 🙂