Stillberatung-was, wie, warum?!

Stillberatung-was, wie, warum?!

Nachdem ich jetzt bereits mehrfach darauf angesprochen wurde, was eine Stillberatung ausmacht, warum man so etwas braucht und wieso das überhaupt auch noch Geld kosten soll, möchte ich mit diesem Beitrag mal ein bisschen Licht ins Dunkle bringen..

Die am häufigsten gestellte Frage ist eigentlich: wozu braucht man bitte eine Stillberatung, wenn es doch auch eh die Hebamme gibt, die einem im Wochenbett betreut?
Um eines vorweg zu nehmen: eine Stillberaterin ersetzt in keinster Weise die Arbeit einer Hebamme!! Hebammen haben ihre Kompetenzen in der Schwangerenvorsorge, der Geburt und der Nachsorge. Das sind alles Themen, die eine Stillberatung nicht abdeckt. Natürlich ist ein wichtiges Thema in der Nachsorge das Gedeihen des Babys, aber es ist eben nicht das Hauptaufgabenfeld einer Hebamme. Viele Hebammen kennen sich dennoch sehr gut aus mit dem Thema Stillen, vor allem wenn sie sich in dem Bereich regelmäßig fortbilden und auf den neuesten Stand der Wissenschaft halten.
Es gibt aber auch Hebammen, die sich eben in anderen Bereichen ihres Tätigkeitsfeldes eher weiterbilden und dann bei Schwierigkeiten beim Stillen an ihre Wissensgrenzen kommen. Erschwerend kommt hinzu, dass bei der aktuellen Hebammensituation auch oft einfach die Zeit fehlt, die Frau adäquat zu beraten und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Hier ist eine Stillberaterin, die sich ausschließlich mit dem Thema beschäftigt, sich auch mit vielleicht nicht so häufigen Situationen oder Problemen auskennt und auf dem neuesten Stand ist (ja, auch wir haben die Pflicht uns regelmäßig weiterzubilden!) eine optimale Ergänzung zur Hebamme.

In Deutschland gibt es aktuell mehrere Möglichkeiten, eine gute Stillberaterin zu finden. Hier muss man zwischen den ehrenamtlichen (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen (AFS) oder die La Leche Liga (LLL)) und den kostenpflichtigen Stillberatungen (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC, DAIS-Stillberaterinnen oder unabhängige Stillberaterinnen) unterscheiden. Die Intensität und Dauer der Ausbildung ist bei den einzelnen Angeboten sehr unterschiedlich. Gut zu wissen ist, dass „Stillberatung“, ähnlich wie der Begriff „Coaching“, noch kein geschützter Begriff ist. Es darf sich also prinzipiell jeder so nennen und eine Beratung anbieten. Wichtig ist also in jedem Fall, sich zu informieren, ob und welche Ausbildung absolviert wurde, damit du auch eine gute und fundierte Beratung erhältst. Man kann aber natürlich nicht darauf schließen, dass eine ehrenamtliche Stillberaterin per se schlechter ist als eine kostenpflichtige, nur weil die Ausbildung intensiver ist. Hier kommt es ganz auf die individuelle Situation und auf die Erfahrung der Beraterin drauf an.
Auch die Art und Weise wie die Beratung abläuft, kann unterschiedlich sein und sollte gut abgewogen werden. Natürlich haben die ehrenamtlichen Beraterinnen nicht die zeitliche Kapazität wie die selbstständigen Kolleginnen. Daher findet da die Beratung hauptsächlich per Telefon und E-Mail statt. Das kann in so manchen Situationen schon wunderbar hilfreich sein, es gibt aber natürlich auch Fälle, wo eine persönliche Beratung (also mit Treffen und Beurteilung des Babys und der Mama in live) immens wichtig ist, um das Problem zu erkennen und eine entsprechende Lösung zu erarbeiten. Und ja, das geht auch online ganz wunderbar, aber dazu in einem späteren Post mehr. 🙂

Also, ich hoffe ich konnte die häufigsten Fragezeichen verschwinden lassen 🙂 Falls du aber noch genaueres wissen möchtest oder Fragen zu meiner Arbeit hast, melde dich gern bei mir. Ich freue mich, von dir zu hören!

Alles Liebe,
Andrea