Unsere erste Geburt -ein Erfahrungsbericht

Unsere erste Geburt -ein Erfahrungsbericht

Meine 1. Schwangerschaft verlief völlig normal und komplikationslos. Wir freuten uns riesig und hatten uns für die Geburt ein Babyfreundliches Krankenhaus mit integrierter Kinderklinik ausgesucht, da wir trotz allem „auf Nummer sicher“ gehen wollten.

Bei 39+1 (also 40.Schwangerschaftswoche) bekam ich dann die ersten Wehen (Wellen) in der Nacht. Unsicher, ob es jetzt tatsächlich losgeht oder nicht, fuhren wir in die Klinik. Da zeigten sich die Wellen auch im CTG, der Muttermund war allerdings erst 1cm geöffnet. Wir hatten da zu dem Zeitpunkt eine wirklich liebe Hebamme. Ich glaube, sie hat uns angemerkt, dass wir auf keinen Fall wieder heim fahren wollten :-), also schickte sie uns für 2 Stunden im Park spazieren-was macht man auch sonst um 4 Uhr in der Früh…

Dabei wurden die Wellen schon deutlich intensiver und wir hofften beide, dass sich das auch in der Untersuchung zeigen würde. Nach weiteren 2 Stunden spazieren wollte ich in den Kreissaal, da draußen herumlaufen und die Wellen verarbeiten einfach nicht mehr machbar waren. Und siehe da, der Muttermund war auf 9cm! Juchee! Bis dahin ging es mir noch gut, klar war es herausfordernd aber ich war dennoch in den Pausen einigermaßen gut drauf und hab mich die ganze Zeit instinktiv im Stehen aufgehalten. Es kam dann auch relativ zügig ein starker Drang zum Mitschieben nach unten, aber da meine Fruchtblase noch nicht geplatzt war, meinte dann die (neue) Hebamme (Schichtwechsel…), dass sie diese erst in der nächsten Welle eröffnen möchte bevor ich aktiv werde. Dazu sollte ich mich auf den Rücken legen. Und genau hier began die (unnötige?) Intervention und ihre Folgen: durch den Lagerungswechsel und das manipulative Eröffnen der Fruchtblase wurden die Herztöne unseres Babys plötzlich schlechter und die Wellen wurden deutlich unangenehmer. Zudem fühlte ich mich plötzlich nicht mehr Herrin der Lage und so auf den Rücken liegend auch ziemlich ausgeliefert und schwach.

Da die Herztöne immer schlechter wurden, die Wellen immer stärker und es für unser Baby kein vor und zurück gab, eilten plötzlich mehrere Hebammen und Ärzte ins Zimmer mit der Saugglocke im Gepäck. Mein Mann und ich wussten nicht, was plötzlich los war, eine Ärztin stieg auf mein Bett und kristellerte mich (der manuelle Versuch, das Baby von außen über den Bauch nach unten zu schieben) während gleichzeitig die Saugglocke eingeführt wurde.

Es war eine so absurde Situation, voller Schmerzen, Panik, Unwissenheit und Fremdbestimmung, dass wir uns auch nachher, als unser Baby schon da war, gefühlt haben wie im Schock und völlig neben uns standen.

Zum Glück ging es unserem Baby gut, die Herztöne und die U1 waren unauffällig, sodass wir direkt nach der Geburt bonden (kuscheln) konnten, während ich noch versorgt wurde.

Aufgrund dieser Geburtserfahrung und ihren Auswirkungen auf die Stillzeit (mehr) war mir klar, dass es bei der 2.Geburt anders laufen soll. Ich möchte eine selbstbestimmte, natürliche und interventionsfreie Geburt erleben, ohne Druck und im Vertrauen in meinem Körper, der sehr gut in der Lage ist zu gebären. Und das alles in einer mir schon bekannten Umgebung und mit einer Hebamme der ich vertraue und die während der Geburt ausschließlich für mich und unser Baby da ist.

Daher bereite ich mich dieses mal auf die 2. Geburt mit den wirklichen wichtigen Dingen vor: dem Mindset, die passende Auswahl des Geburtsortes und der Begleitperson und dem ganz klaren Bewusstsein: was brauche ich und vor allem was möchte ich NICHT unter der Geburt! Und arbeite, mein Vertrauen in meinem Körper zu stärken.

Ich bin überzeugt davon, dass es nicht egal ist, wie man geboren wird.

To be continued…. 🙂