Stillberatung-was, wie, warum?!

Stillberatung-was, wie, warum?!

Nachdem ich jetzt bereits mehrfach darauf angesprochen wurde, was eine Stillberatung ausmacht, warum man so etwas braucht und wieso das überhaupt auch noch Geld kosten soll, möchte ich mit diesem Beitrag mal ein bisschen Licht ins Dunkle bringen..

Die am häufigsten gestellte Frage ist eigentlich: wozu braucht man bitte eine Stillberatung, wenn es doch auch eh die Hebamme gibt, die einem im Wochenbett betreut?
Um eines vorweg zu nehmen: eine Stillberaterin ersetzt in keinster Weise die Arbeit einer Hebamme!! Hebammen haben ihre Kompetenzen in der Schwangerenvorsorge, der Geburt und der Nachsorge. Das sind alles Themen, die eine Stillberatung nicht abdeckt. Natürlich ist ein wichtiges Thema in der Nachsorge das Gedeihen des Babys, aber es ist eben nicht das Hauptaufgabenfeld einer Hebamme. Viele Hebammen kennen sich dennoch sehr gut aus mit dem Thema Stillen, vor allem wenn sie sich in dem Bereich regelmäßig fortbilden und auf den neuesten Stand der Wissenschaft halten.
Es gibt aber auch Hebammen, die sich eben in anderen Bereichen ihres Tätigkeitsfeldes eher weiterbilden und dann bei Schwierigkeiten beim Stillen an ihre Wissensgrenzen kommen. Erschwerend kommt hinzu, dass bei der aktuellen Hebammensituation auch oft einfach die Zeit fehlt, die Frau adäquat zu beraten und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Hier ist eine Stillberaterin, die sich ausschließlich mit dem Thema beschäftigt, sich auch mit vielleicht nicht so häufigen Situationen oder Problemen auskennt und auf dem neuesten Stand ist (ja, auch wir haben die Pflicht uns regelmäßig weiterzubilden!) eine optimale Ergänzung zur Hebamme.

In Deutschland gibt es aktuell mehrere Möglichkeiten, eine gute Stillberaterin zu finden. Hier muss man zwischen den ehrenamtlichen (Arbeitsgemeinschaft freier Stillgruppen (AFS) oder die La Leche Liga (LLL)) und den kostenpflichtigen Stillberatungen (Still- und Laktationsberaterinnen IBCLC, DAIS-Stillberaterinnen oder unabhängige Stillberaterinnen) unterscheiden. Die Intensität und Dauer der Ausbildung ist bei den einzelnen Angeboten sehr unterschiedlich. Gut zu wissen ist, dass „Stillberatung“, ähnlich wie der Begriff „Coaching“, noch kein geschützter Begriff ist. Es darf sich also prinzipiell jeder so nennen und eine Beratung anbieten. Wichtig ist also in jedem Fall, sich zu informieren, ob und welche Ausbildung absolviert wurde, damit du auch eine gute und fundierte Beratung erhältst. Man kann aber natürlich nicht darauf schließen, dass eine ehrenamtliche Stillberaterin per se schlechter ist als eine kostenpflichtige, nur weil die Ausbildung intensiver ist. Hier kommt es ganz auf die individuelle Situation und auf die Erfahrung der Beraterin drauf an.
Auch die Art und Weise wie die Beratung abläuft, kann unterschiedlich sein und sollte gut abgewogen werden. Natürlich haben die ehrenamtlichen Beraterinnen nicht die zeitliche Kapazität wie die selbstständigen Kolleginnen. Daher findet da die Beratung hauptsächlich per Telefon und E-Mail statt. Das kann in so manchen Situationen schon wunderbar hilfreich sein, es gibt aber natürlich auch Fälle, wo eine persönliche Beratung (also mit Treffen und Beurteilung des Babys und der Mama in live) immens wichtig ist, um das Problem zu erkennen und eine entsprechende Lösung zu erarbeiten. Und ja, das geht auch online ganz wunderbar, aber dazu in einem späteren Post mehr. 🙂

Also, ich hoffe ich konnte die häufigsten Fragezeichen verschwinden lassen 🙂 Falls du aber noch genaueres wissen möchtest oder Fragen zu meiner Arbeit hast, melde dich gern bei mir. Ich freue mich, von dir zu hören!

Alles Liebe,
Andrea

Roses Revolution-Ein Zeichen gegen Respektlosigkeit und Gewalt in der Geburtshilfe

Roses Revolution-Ein Zeichen gegen Respektlosigkeit und Gewalt in der Geburtshilfe

Am 25.11. ist es wieder soweit – bereits zum 5. mal möchten Frauen auf der ganzen Welt auf Mißstände, Gewalt und Respektlosigkeit in Schwangerschaft und unter der Geburt aufmerksam machen. Dafür werden von den Betroffenen rosafarbene Rosen und Briefe vor den Kreissaal gelegt.

Das Thema wird leider immer noch viel zu oft totgeschwiegen. Oft werden die Trauma der Frauen abgetan mit „Hauptsache das Kind ist gesund“ oder „Geburt ist nun einmal kein Spaziergang“. Dabei sind die betroffenen nicht nur körperlich, sondern auch seelisch traumatisiert und zutiefst erschüttert. Das Gefühl der Fremdbestimmung, Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins hinterlässt nicht selten tiefe Spuren.

Physische Gewalt bedeutet zum Beispiel:

  • keine freie Wahl der Geburtsposition (durch z.B. festhalten oder sogar festschnallen der Beine)
  • medizinisch nicht notwendige Untersuchungen (wie den Muttermund wiederholt tasten wenn kein Bedarf besteht)
  • ein Dammschnitt ohne Einverständnis und ohne Notwendigkeit
  • ein Kaiserschnitt ohne Einverständnis und ohne Notwendigkeit
  • andere medizinische Interventionen ohne Einverständnis und ohne Notwendigkeit (z.B. Medikamentengaben, Kristellern, Katheder legen,…)
  • Zwang unter Wehen still zu liegen

 

Psychische Gewalt bedeutet zum Beispiel:

  • Anschreien und Beschimpfen
  • Drohungen und verbale Gewalt wie „Reißen Sie sich jetzt mal zusammen“ oder „Wenn Sie jetzt nicht mitmachen, stirbt Ihr Baby“,…
  • wenn die Frau unter der Geburt allein gelassen wird (außer sie möchte das ausdrücklich)
  • Machtmissbrauch („Sind Sie jetzt die Fachfrau oder ich“,..)
  • sexualisierte Sprüche oder Witze
  • Zwang

Es ist erschreckend, wie viele Frauen betroffen sind. Bereits letztes Jahr wurden vor 22% aller Geburtskliniken in Deutschland Rosen niedergelegt. Liegt es daran, dass der Personalschlüssel in Geburtskliniken immer schlechter wird? Dass Geburtshelfer und Ärzte schlicht mit der Anzahl der gebärenden Frauen überfordert sind? Sicher sind das Gründe, warum immer öfter und ohne medizinische Notwendigkeit in den natürlichen Geburtsprozess eingegriffen wird. Warum die Aufklärung und Einbindung der Frauen in die Entscheidungen immer mehr zu kurz kommt. Aber wo bleibt dennoch die Empathie, das Sehen des Menschen und der Respekt vor der Frau und dem Wunder Geburt? Gerade bei Menschen die in der Geburtshilfe arbeiten, sollten das doch wesentliche Bestandteile der Persönlichkeit sein, oder hat man sonst nicht den Beruf verfehlt?

Der erste Schritt für eine würde- und respektvolle Geburt wäre eine Reform des aktuellen Systems in der Geburtshilfe. Hier ist die Politik gefragt, welche ja leider bisher auch durch zahlreiche Aktionen und Petitionen nicht zu bewegen war.

Doch was kannst du tun, um eine selbstbestimmte und würdevolle Geburt zu erleben? Ich finde es enorm wichtig, sich im Vorfeld ganz klar darüber zu werden, was man möchte und vor allem, was man unter der Geburt NICHT möchte (Medikamente, Vorgehen, …).Und dies auch klar zu kommunizieren und seinen Partner zu instruieren, damit er im Zweifel deinen Willen vertreten kann.  Auch kann ich nur empfehlen, sich ganz genau den Geburtsort und die Geburtsbegleiter auszusuchen.

Wenn du nun aber schon betroffen bist und Gewalt unter der Geburt erleben musstest, so möchte ich dir Mut machen, dir Hilfe zu suchen. Das kann das Gespräch mit einer vertrauten und passenden Person sein, die dich und deine Gefühle ernst nimmt und nichts herunterspielt. Das kann aber auch die Hilfe durch eine Person sein, die sich auf Traumaheilung spezialisiert hat (Gerechte Geburt). Wichtig ist, dass du das erlebte aufarbeiten und damit auch eine tiefe Bindung zu deinem Kind aufbauen kannst. Und wenn du magst, darfst du deine Geschichte auch gern hier oder bei Roses Revolution mit uns teilen.

Viel Kraft und alles Liebe,
Andrea

Die Hungerzeichen deines Babys

Die Hungerzeichen deines Babys

Erwischt du immer den richtigen Zeitpunkt um dein Baby anzulegen? Oder bietest du ihm erst die Brust an, wenn es weint?

Oftmals werden Babys erst die Brust angeboten, wenn es bereits vor Hunger weint. Das macht das korrekte Anlegen schwierig, weil das Baby dann natürlich ungeduldig und hektisch ist. Dabei kann es auch passieren, dass Verletzungen der Brustwarze die Folge sind und die Mama die nächste Stillmahlzeit herauszögern mag aufgrund ihrer Schmerzen und der Angst vor dem kleinen Babyvampir… Ein Teufelskreis also.

Das muss aber nicht sein, wenn du lernst die Hungerzeichen deines Babys zu deuten und dann schnell sein Bedürfnis nach Nahrung befriedigst. Die Hungerzeichen sind prinzipiell bei allen Babys gleich, aber natürlich musst du dein Baby erst einmal kennenlernen und dann wirst du auch bestimmte individuelle Muster erkennen.

Achte auf folgende Zeichen deines Babys:

  • Lecken der Lippen
  • Schmatzgeräusche
  • Suchbewegungen
  • Hände oder Finger wandern in den Mund und werden besaugt
  • Zunge wird rausgestreckt
  • Unruhe
  • Weinen ist meist ein spätes Anzeichen, wenn die anderen Zeichen nicht erkannt wurden

 

Wenn du diese Zeichen richtig erkennst und dann rasch reagierst, wirst du merken wie dein Baby viel ruhiger deine Brust erfassen kann. Das macht das Stillen sowohl für dich als auch für dein Baby sehr viel stressfreier. Und gleichzeitig lernt dein Baby noch etwas wundervolles: seine Bedürfnisse werden schnell und richtig befriedigt. Das schafft Vertrauen und Zufriedenheit.

Und denke daran: Stillen hält sich an keine Uhr 🙂 Der alte Glaube, man sollte nur im 3 bzw. 4 Stunden Abständen stillen, ist längst überholt. Stille nach Bedarf und immer, wenn dein Baby dir die Zeichen dafür gibt. Das kann 8-12 x oder mehr innerhalb von 24 Stunden sein! Und es verändert sich, je nachdem in welcher Phase sich dein Baby gerade befindet. Und auch je nach Tageszeit kann der Abstand sich verändern, meist haben Babys in den Abendstunden öfters das Bedürfnis nach der Brust als tagsüber.

Vertraue dir und deinem Baby!

 

Unsere erste Stillzeit – ein Erfahrungsbericht

Unsere erste Stillzeit – ein Erfahrungsbericht

Stillen ist das natürlichste auf der Welt – dieser Satz ist so wahr aber ich habe ihn als blanken Hohn in der ersten Zeit mit unserem Baby empfunden.

Schon im Kreissaal stellte sich heraus, dass es wohl nicht so easy ist wie gedacht. Nach der Geburt standen wir ja völlig neben uns, erst wurde ich noch eine ganze Weile versorgt und dann waren wir den größten Teil der Zeit alleine und haben mit unserem Baby gekuschelt. Auf die Idee, es zeitnah mal anzulegen bzw. es die Brust selber suchen zu lassen, kamen wir nicht und hat uns auch niemand gesagt. So kam es, dass ich dann nach ca. 4 Stunden mein inzwischen sehr müdes Baby das erste Mal und im Beisein der Hebamme angelegt habe. Da das nicht so recht klappen wollte, die Hebamme aber auch nicht ewig Zeit hatte, brachte sie mir recht schnell die Stillhütchen, damit unser Baby die Brustwarzen besser fassen konnte.

In der ersten Nacht dann auf Station, ermutigte mich meine Intuition, es doch noch einmal ohne diese Dinger zu versuchen. Leider hatte ich bis dahin noch nichts von den Hungerzeichen eines Babys gehört, sodass ich es tatsächlich erst versucht habe anzulegen, als es schon sehr weinte und dementsprechend ungeduldig war. Es war sehr unangenehm und deshalb bat ich eine Nachtschwester um Hilfe damit sie sich mal unsere Stillposition anschaut, aber leider hatte keiner Zeit für uns… Dadurch wurden die Brustwarzen etwas in Mittleidenschaft gezogen, sodass ich dann doch wieder auf die Hütchen zurückgegriffen habe.

Da bei unserem Baby durch den Stress unter der Geburt ein etwas grenzwertiger Zuckerwert festgestellt wurde, riet man uns sogleich auch zum Zufüttern mit Glucose und Pre-Milch, welche wir in unterschiedlichen Methoden (mit Becher, mit Finger, mit Sonde,…) geben sollten.

Nach 2 Tagen auf Station mit Pumpen, stillen mit Stillhütchen und Zufüttern entschlossen wir uns, das Krankenhaus vorzeitig zu verlassen. Die ständig wechselnden Empfehlungen der verschiedenen Schwestern und die Hektik – darauf hatten wir einfach keine Lust mehr. Wir wollten einfach nur in Ruhe die erste Zeit mit unserem Baby genießen und auch nur eine Ansprechperson – unsere Nachsorgehebamme- haben.

Zuhause dann entwickelte unser Baby eine leichte Gelbsucht, weshalb wir die Zufütterungsmenge mit Pre-Milch steigern sollten. Das stillen mit Hütchen klappte so einigermaßen, ich hatte Schmerzen vor allem beim Ansaugen und auch das Gefühl, mein Baby war an der Brust sehr unruhig. Milch hatte ich inzwischen sehr viel, aber anstatt das Baby einfach öfter anzulegen, riet man uns, die Menge an Pre-Milch weiter zu erhöhen. Die Gewichtsentwicklung und auch die leichte Gelbsucht waren dann schnell zufriedenstellend.

Ab der zweiten Woche nach der Geburt fing es dann bei mir an mit ständigem Milchstau, mal die rechte Brust, mal die Linke. Kurz danach folgte auch die erste Brustentzündung. Ich fühlte mich immer kränker und schlapper. Meine Hebamme versuchte mir mit den üblichen Hausmittelchen (Globuli, Retterspitz, Quark, Kühlen,…) zu helfen, aber nach ein paar Tagen tastete ich eine stark abgegrenzte Verhärtung in der Brust, sehr nah an der Brustwarze. Daraufhin schickte mich die Hebamme dann doch mal zum Arzt mit Verdacht auf Abszess. Nach einem Ultraschall befand die Ärztin, dass es wohl keiner wäre sondern nur ein verstopfter Milchgang und schickte mich wieder heim. Ich war natürlich sehr erleichtert. Aber leider verbesserte sich mein Zustand nicht wirklich, ich bekam wieder eine Brustentzündung an der gleichen Brust mit starkem Fieber. Daraufhin bekam ich dann auch endlich Antibiotikum. Das Fieber wurde besser, aber die Verhärtung blieb. Auch der Versuch des Ausmassierens durch die Hebamme brachte keine Besserung. Nach fast 2 Wochen schickte sie mich doch noch einmal zum Arzt. Der war sich dann irgendwie doch auch nicht mehr sicher und gab mir eine Überweisung ins Krankenhaus mit.

Dort wurde dann nach Untersuchungen und Ultraschall festgestellt: es war ein Abszess. Sie haben ihn punktiert, was aber leider auch keine Besserung brachte. Sie haben mir noch einmal ein anderes Antibiotikum verschrieben und ich sollte nach 3 Tagen erneut vorbeikommen. Nach 3 Tagen das gleiche Spiel: Punktion ohne Erfolg. Nachdem es mir aber so durch das Antibiotikum recht gut wieder ging, beschlossen sie es erst einmal dabei zu belassen.

Während dieser ganzen Zeit stillte ich unser Baby weiter (mit Stillhütchen immer noch) und zusätzlich bekam es Pre-Milch inzwischen aus der Flasche.

Ein Tag nach meinem letzen Besuch im Krankenhaus bekam ich unglaubliche Schmerzen in der Brust, selbst Schmerzmittel halfen nichts. Also fuhren wir wieder ins Krankenhaus, ich hielt die Schmerzen kaum mehr aus, jede Bewegung und jede Erschütterung waren einfach nicht mehr zu ertragen. Ich bekam dann Schmerzmittel intravenös, erst Paracethamol und als selbst das keine Linderung brachte, Morphium. Ich muss ehrlich sagen, solche Schmerzen hatte ich noch nie in meinem Leben. Der Plan: doch OP am nächsten Tag. Mein Mann war mit unserem Baby daheim, da ich mich absolut nicht in der Lage fühlte es zu versorgen. Am nächsten Tag dann wurde der Abszess eröffnet und es kam heraus, dass es wohl die richtige Entscheidung war da er schon sehr prall und sehr groß war. Die Ärzte meinten, ich könnte trotzdem weiterstillen, auch mit offener Wunde am Brustwarzenhof (bei einem Abszess wird die Wunde offen gelassen, mit einer Lasche versehen und die ersten Tage immer wieder gespült, damit es von innen nach außen zuwachsen kann). Nach fast einem Monat Schmerzen und der Tatsache, dass unser Baby eh bereits Pre-Milch erhielt, konnte ich mir einfach nicht vorstellen, weiter zu stillen. Die Angst, es könnte sich wieder ein Abszess bilden, war einfach zu groß. Also stillte ich noch im Krankenhaus mit Medikamenten ab.

Im Nachhinein bereue ich diese Entscheidung sehr, wobei ich auch weiß es damals zu diesem Zeitpunkt für mich einfach nicht anders ging. Durch die Schmerzen und den Wochenbett-Hormoncocktail war ich vor allem auch psychisch einfach angeschlagen. Ich hadere auch heute noch damit, wie unsere erste Zeit mit Baby gelaufen ist und bin traurig und auch wütend darüber. Denn ich bin überzeugt davon, dass sehr viele Punkte bei uns zusammengespielt haben, die nicht hätten sein müssen. Mit einer professionellen Unterstützung an meiner Seite und natürlich auch mit mehr Wissen von mir im Vorfeld hätte es vielleicht nicht soweit kommen müssen und wir hätten noch eine lange und glückliche Stillbeziehung genießen können.

Das war und ist einer meiner Hauptbeweggründe für mein Entschluss, Stillberaterin zu werden: ich möchte anderen Mamas und Babys professionell helfen, die auch Schwierigkeiten haben und ihnen somit zu einer glücklichen Stillbeziehung verhelfen, wenn sie das wünschen.

Alles Liebe,
Andrea

 

 

Unsere erste Geburt -ein Erfahrungsbericht

Unsere erste Geburt -ein Erfahrungsbericht

Meine 1. Schwangerschaft verlief völlig normal und komplikationslos. Wir freuten uns riesig und hatten uns für die Geburt ein Babyfreundliches Krankenhaus mit integrierter Kinderklinik ausgesucht, da wir trotz allem „auf Nummer sicher“ gehen wollten.

Bei 39+1 (also 40.Schwangerschaftswoche) bekam ich dann die ersten Wehen (Wellen) in der Nacht. Unsicher, ob es jetzt tatsächlich losgeht oder nicht, fuhren wir in die Klinik. Da zeigten sich die Wellen auch im CTG, der Muttermund war allerdings erst 1cm geöffnet. Wir hatten da zu dem Zeitpunkt eine wirklich liebe Hebamme. Ich glaube, sie hat uns angemerkt, dass wir auf keinen Fall wieder heim fahren wollten :-), also schickte sie uns für 2 Stunden im Park spazieren-was macht man auch sonst um 4 Uhr in der Früh…

Dabei wurden die Wellen schon deutlich intensiver und wir hofften beide, dass sich das auch in der Untersuchung zeigen würde. Nach weiteren 2 Stunden spazieren wollte ich in den Kreissaal, da draußen herumlaufen und die Wellen verarbeiten einfach nicht mehr machbar waren. Und siehe da, der Muttermund war auf 9cm! Juchee! Bis dahin ging es mir noch gut, klar war es herausfordernd aber ich war dennoch in den Pausen einigermaßen gut drauf und hab mich die ganze Zeit instinktiv im Stehen aufgehalten. Es kam dann auch relativ zügig ein starker Drang zum Mitschieben nach unten, aber da meine Fruchtblase noch nicht geplatzt war, meinte dann die (neue) Hebamme (Schichtwechsel…), dass sie diese erst in der nächsten Welle eröffnen möchte bevor ich aktiv werde. Dazu sollte ich mich auf den Rücken legen. Und genau hier began die (unnötige?) Intervention und ihre Folgen: durch den Lagerungswechsel und das manipulative Eröffnen der Fruchtblase wurden die Herztöne unseres Babys plötzlich schlechter und die Wellen wurden deutlich unangenehmer. Zudem fühlte ich mich plötzlich nicht mehr Herrin der Lage und so auf den Rücken liegend auch ziemlich ausgeliefert und schwach.

Da die Herztöne immer schlechter wurden, die Wellen immer stärker und es für unser Baby kein vor und zurück gab, eilten plötzlich mehrere Hebammen und Ärzte ins Zimmer mit der Saugglocke im Gepäck. Mein Mann und ich wussten nicht, was plötzlich los war, eine Ärztin stieg auf mein Bett und kristellerte mich (der manuelle Versuch, das Baby von außen über den Bauch nach unten zu schieben) während gleichzeitig die Saugglocke eingeführt wurde.

Es war eine so absurde Situation, voller Schmerzen, Panik, Unwissenheit und Fremdbestimmung, dass wir uns auch nachher, als unser Baby schon da war, gefühlt haben wie im Schock und völlig neben uns standen.

Zum Glück ging es unserem Baby gut, die Herztöne und die U1 waren unauffällig, sodass wir direkt nach der Geburt bonden (kuscheln) konnten, während ich noch versorgt wurde.

Aufgrund dieser Geburtserfahrung und ihren Auswirkungen auf die Stillzeit (mehr) war mir klar, dass es bei der 2.Geburt anders laufen soll. Ich möchte eine selbstbestimmte, natürliche und interventionsfreie Geburt erleben, ohne Druck und im Vertrauen in meinem Körper, der sehr gut in der Lage ist zu gebären. Und das alles in einer mir schon bekannten Umgebung und mit einer Hebamme der ich vertraue und die während der Geburt ausschließlich für mich und unser Baby da ist.

Daher bereite ich mich dieses mal auf die 2. Geburt mit den wirklichen wichtigen Dingen vor: dem Mindset, die passende Auswahl des Geburtsortes und der Begleitperson und dem ganz klaren Bewusstsein: was brauche ich und vor allem was möchte ich NICHT unter der Geburt! Und arbeite, mein Vertrauen in meinem Körper zu stärken.

Ich bin überzeugt davon, dass es nicht egal ist, wie man geboren wird.

To be continued…. 🙂

Hardfacts

  • aktuell 33 Jahre alt (ich glaube diesen Punkt werde ich auch nie anpassen)
  • Abitur (fast schon streberhaft abgeschlossen)
  • Ausbildung zur Physiotherapeutin
  • Studium Bachelor Gesundheits-und Sozialwesen
  • zuletzt erfolgreich als „artfremde“ im Sales einer Software-Firma gearbeitet
  • Stillberaterin (i.A. IBCLC)
  • Kursleiterin von Eltern-Kind-Gruppen

Softfacts

  •   in mir wohnt ein kleiner Spießer: mag Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Fakten und Struktur  
  • gleichzeitig bin ich ein chaotischer Gewohnheitsmensch (Überraschungen und Spontanität überfordern mich leicht, mein eigenes Chaos bringt mich in regelmäßigen Abständen zur Verzweiflung)
  • Musik-am besten laut-und dazu tanzen und mitsingen (ja, auch wenn ich nicht immer den Originaltext kenne, wen juckts)
  • empathisch und einfühlsam
  • meine Intuition und „sechster Sinn“ überraschen mich ab und an – wir arbeiten an einer festen Beziehung
Über mich

Über mich

Ich bin Andrea und begleite dich bei Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt, Stillen und Leben mit Baby!

Geboren 1984 bin ich mittlerweile verheiratet mit dem besten Mann der Welt und bald zweifache Mama fantastischer Kinder.

In meiner ersten Schwangerschaft waren wir noch so unbedarft, um nicht zu sagen etwas naiv. Wir haben alle Untersuchungen, die man so angeboten bekommt, machen lassen ohne großartig zu hinterfragen. Haben alles gekauft, was man (vermeintlich) doch braucht für ein Baby, haben am Standard-Geburtsvorbereitungskurs teilgenommen und fühlten uns alles in allem doch gut vorbereitet auf unser Baby. Stillen-ja das wollte ich auf jeden Fall, aber im Vorfeld damit beschäftigt habe ich mich nicht, schließlich ist stillen doch „das natürlichste auf der Welt“ und wird schon funktionieren. Und schließlich hatte ich ja auch noch eine Hebamme in der Nachsorge, die dann schon wissen wird was zu tun ist. Ach ja, und wir hatten uns für die Geburt für ein Babyfreundliches Krankenhaus entschieden. Damit sollte doch nix schief gehen…

Leider lief unsere Geburt und Stillzeit nicht wie erhofft (mehr).

Irgendwann, als ich angefangen habe, unsere Situation zu akzeptieren und mich mehr und mehr in die Themen Geburt, Geburtstrauma, Stillen, Tragen, Attachment Parenting usw. einlas, wuchs in mir der Wunsch, andere Frauen und Babys genau darin zu unterstützen. Dabei ist mir wichtig, dich zu sehen, dich in deinem ganz eigenen Weg zu bestärken, dir Hilfestellung zu geben diesen zu finden ohne dabei dogmatisch oder gar fanatisch zu sein. Das, was DU möchtet, was für dich und dein Baby gut ist, wird unser gemeinsames Ziel.

Dank der wunderbaren Unterstützung von meinem Mann startete ich meine Ausbildung zur Stillberaterin und zur Gruppenleiterin von Eltern-Kind-Kursen. Und damit auch diesen Blog.

Schön, dass du da bist!

Alles Liebe,
Andrea